Weiterbildung Referent*in für Erlebnispädagogik

Interne Weiterbildung für Mitarbeitende der EJG

1. Einführung
Die Ausbildung Referent*in für Erlebnispädagogik ist eine zertifizierte, berufsbegleitende Weiterbildung (IHI), die pädagogische Fachkräfte dazu befähigt, erlebnisorientierte Arbeitsweisen und erlebnispädagogisches Denken in ihren beruflichen Alltag professionell mit einfließen zu lassen.
Die Ausbildung ist beim Institut für schulische Fortbildung und schulpsychologische Beratung des Landes Rheinland-Pfalz (IFB) anerkannt.

Die öffentliche Wahrnehmung für Erlebnispädagogik und alle damit verbundenen Erscheinungsformen, Ausbildungen und Methoden, hat in den letzten Jahren immens zugenommen.
Erlebnispädagogik ist scheinbar überall …
Wessen Kind hat mittlerweile noch nicht eine erlebnispädagogische Klassenfahrt erleben
dürfen?
Wer von ihnen war nicht schon einmal selbst Teilnehmer*in an einem Teamtraining, Besucher
eines Hochseilgartens oder wagemutiger Kistenkletterer bei der Supermarkteröffnung?
Erlebnispädagogik ist aktuell…
weil es Lernen ermöglicht, fernab der seit PISA verteufelten Lehrmethoden.
Erlebnispädagogik ist scheinbar geeignet für Jedermann …
Jugendliche Mehrfachauffällige in Südspanien, Manager in der Lüneburger Heide, Schulklassen
in der Jugendherberge, Fußballjunioren im Zeltlager, Senioren im Hochseilgarten.
Sie alle scheinen für erlebnispädagogische Projekte in Frage zu kommen.

Was ist denn nun Erlebnispädagogik?
Wie funktioniert sie?
Was steckt dahinter?
Wie unterscheidet sich gute Erlebnispädagogik von solcher, die im Grunde keine ist?
Was gehört alles dazu, um ein guter oder ein sehr guter Erlebnispädagoge zu sein?
Und wie lässt sich Erlebnispädagogik in den pädagogischen Alltag einbringen?

Um Antworten auf diese Fragen geben zu können, haben wir diese Weiterbildung konzipiert.
Als Mitbegründer und Gestalter der Arbeitsgemeinschaft der Jugendämter im nördlichen
Rheinland-Pfalz, die sich seit 1990 mit der Ausbildung in Erlebnispädagogik beschäftigt, verfügt
das Team des IHI-Rodenbach über eine über 25-jährige Erfahrung in der Ausbildung und
Qualifizierung.

2. Zielsetzung der Weiterbildung
• Eine professionelle Ausbildung von Erlebnispädagogen*innen.
• Wir möchten Menschen zu erlebnispädagogischen Fachkräften weiterbilden, die erlebnisorientierte Settings selbständig, zielgruppenorientiert und den eigenen Handlungsmöglichkeiten angemessen gestalten können.
• Den Kursteilnehmern*innen wird die Gelegenheit zu persönlicher Weiterentwicklung gegeben. Darunter verstehen wir einen reflexiven und selbstregulierenden Umgang mit der eigenen Trainerrolle und dem Erleben in einer heterogenen Ausbildungsgruppe.
• Alle Teilnehmer*innen erhalten Unterstützung und Begleitung bei der Erreichung ihrer individuellen Ausbildungsziele.
• Für alle Teilnehmer*innen wird ein spezifischer Transfer auf den beruflichen Alltag angestrebt.
• Die Erlebnispädagogen*innen achten darauf, dass die Natur als primärer Aktionsraum für erlebnispädagogische Aktionen mit Respekt behandelt und geschützt wird.
• Zusammenfassend geht es in unserer Weiterbildung um die Vermittlung von: Leitungskompetenz, Methodenkompetenz und Feldkompetenz
___________________________________________________________________________
Pädagogen/Pädagoginnen aus nicht ausgewiesenen EP-Gruppen absolvieren den Grundkurs (Modul 1 – 3), die EP-Spezialisten setzen die Ausbildung in den Modulen 4 und 5 fort.

1. Modul 3 Tage Grundkurs (30 UE)
Erlebnispädagogik in der Theorie
– Grundlagen der EP – Einführung in das Handlungslernen
– Markt der Möglichkeiten – eine Übersicht über die praktischen Möglichkeiten der EP
– Erlebnispädagogische Lernmodelle
– Profil und Aufgabe eines Erlebnispädagogen/einer Erlebnispädagogin
– Transfersicherung für den Alltag
Kooperative Spiele in der Natur und Indoor
– Übungen und Spiele erproben und inszenieren
– Warm-Ups und Fillings für Zwischendurch
– Didaktische Raffinessen und methodisches Handwerkszeug
– Herstellen von Spiel- und Übungsmaterialien
„On-Line“ – Spiele und Abenteuer mit dem Seil
– Material- und Knotenkunde
– Seil- und Sicherheit
– Sicherheitstechnische Intervention
– Spiele mit dem Seil
– Didaktik und Methodik
– Einführung in mobile Seilstationen
Reflexion und Transfer
– Reflexionstechniken, kreative Auswertungsmethoden
– Feedback und Gruppendynamik
___________________________________________________________________________
2. Modul 2 Tage Grundkurs (20 UE) „Intuitives Bogenschießen“
– Einführung in die Methodik
– Einweisung in die Handhabung des Blankbogen (Recurve und Longbow)
– Erarbeitung einer optimalen Körperhaltung, Planung einer Mehrtageswanderung
– Atemschulung, Entspannungsübungen, Verbesserung der Körperwahrnehmung
– Verbesserung der Zielfokussierung
– Erlernen von spezifischen Dehnungs- und Kräftigungsübungen
– Methoden des mentalen Trainings
___________________________________________________________________________
3. Modul 3 Tage Grundkurs (30 UE) „Selbstsicherheit“
Krisen- und Notfallmanagement
– Umgang mit Krisen in der Gruppe
– Selbstreflektion: „Wo ist meine eigene Krise“
– Grundlagen der eigenen Sicherheit und Selbstschutz
Vertrauens- und Wahrnehmungsübungen
– Sinnes-Parcours
– Vertrauensblock
Abschluss Grundkurs, Methodenvertiefung und Ausblick
___________________________________________________________________________
4. Modul 4 Tage für EP Spezialisten (40 UE) „Outdoor-Klettern“
– Materialkunde, Sicherheitsrichtlinien
– Relevante Sicherungstechniken, Knotenkunde
– Einführung in die Praxis des Kletterns
– Beispielhafte Aktionen rund ums Klettern
„On-Line II“ – mobile Seilaufbauten
– Sicherungstechniken, Sicherheitsstandards und sicherheitstechnische Intervention
– Aufbau und Erprobung mehrerer mobiler Seilstationen (u.a. Moorhawk-Walk und
Seilbrücke)
– Didaktik und Methodik
– Auswahl von sicherheitstechnisch unbedenklichen Örtlichkeiten für die Durchführung
– Aufbau einer Kletterstation im Baum
– Umgang in der Kletterhalle
___________________________________________________________________________
5. Modul 3 Tage für EP Spezialisten (30 UE)
Transfer in den Alltag
Training on the Job
Abschlusskolloquium und Zertifizierung
___________________________________________________________________________
Termine:

Modul 1 21. – 22.03.2019 2 Tage Grundkurs
Modul 2 08. – 10.05.2019 3 Tage Grundkurs
Modul 3 27. – 30.06.2019 4 Tage Grundkurs
Modul 4 16. – 18.09.2019 3 Tage für EP Spezialisten
Modul 5 02. – 05.12.2019 4 Tage für EP Spezialisten
___________________________________________________________________________

Verantwortlich: Erwin Germscheid, Josef Soezbir
Zeit: ganztägig
Zielgruppe: neue Kolleg*innen der Erlebnispädagogischen Gruppen; Kolleg*innen der teilstationären Gruppen (Modul 1-3)
Teilnehmerzahl : max. 12 TN
Tagungsort: Die Ausbildung findet im IHI-Rodenbach statt.
Übernachtungen in EZ: Hotel Glockenspitze Altenkirchen

Haben Sie Fragen, besondere Wünsche, Vorschläge, Empfehlungen?

Antje Martens
0228 38 27-191