WIMES

Wirksamkeit von Hilfen zur Erziehung messen

Wimes ist das Evaluationsinstrument, mit dem wir seit vielen Jahren unsere Hilfen zur Erziehung in Kooperation mit dem Institut für Qualitätsentwicklung - e/l/s evaluieren.
WIMES umfasst Dokumentationsmethoden, Auswertungen und eine Benchmarking – Datenbank. Es liefert zeitnah Berichte über signifikante Effekte von HzE-Maßnahmen.Die Planung und Steuerung der Hilfen erfolgt elektronisch im WIMES Web-Portal.

Alle relevanten Problemlagen und Risiken, die einen erzieherischen Bedarf nach § 27 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz) begründen können, werden in einzelnen Dimensionen, die sich auf die Familie, die Entwicklung junger Menschen, auf die sozialräumliche Einbindung sowie die Kinderrechte beziehen, abgebildet. Für Clearing-Aufträge (KCD), Eltern- Kind Hilfen und die Hilfen für unbegleitete minderjährige Ausländer stehen Sondermodule zur Verfügung.

WIMES dient nicht nur der Wirkungsevaluation bei Hilfen zur Erziehung, sondern integriert auch die individuelle Erziehungs- / Betreuungsplanung und bietet damit viele Vorteile für Fachleute in der Jugendhilfe.

Die Evangelische Jugendhilfe Godesheim stellt sich dem Thema Wirksamkeit.

Mit anderen Jugendhilfeträgern erhebt sie seit 2006 bei allen Maßnahmen zur Erziehungshilfe die Wirkungen und lässt diese extern wissenschaftlich prüfen. Dabei geht es zum einen um Veränderungen in der Entwicklung junger Menschen und in ihrem (familiären) Umfeld. Veränderungen im Verlauf einer Maßnahme, die Fachleute und die Nutzer selber feststellen, bilden das Wirkungsmaß. Dafür werden zu Beginn und zum Ende einer Maßnahme Erhebungsbögen und Skalen einsetzt.
Aber noch etwas anderes ist unter Wirksamkeit zu verstehen: Junge Menschen reagieren oft mit Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsstörungen, wenn ihre Grundrechte auf Sicherheit, psychisches und körperliches Wohlbefinden oder auf Anerkennung und Zugehörigkeit nicht eingelöst werden.
Gelingt es einer Jugendhilfemaßnahme, die Rechte von jungen Menschen sicherzustellen? Auch das Recht auf Lernanregungen, auf Entwicklung eigener Talente und Interessen und das Recht darauf, das Leben als lebenswert und sinnvoll zu erfahren, werden in die Evaluation mit einbezogen.
Das ist ein weites Feld. Umso wichtiger ist es, ein Messverfahren einzusetzen, das auf der einen Seite alle wesentlichen Zielsetzungen von Jugendhilfe erfasst, das auf der anderen Seite aber nicht Mitarbeiter mit einer ausufernden Dokumentation überfordert. Das Verfahren WIMES (e/l/s-Institut GmbH für Qualitätsentwicklung, Wülfrath) ist ökonomisch und praktikabel, und es bildet die wesentlichen 80% bis 90% der Erwartungen an Erziehungshilfe ab. Da im Einzelfall immer viele Faktoren zusammenspielen, werden in den Berichten statistische Stichproben ausgewertet, die Zufallseffekte (Erfolge und Misserfolge) weitgehend ausschließen. Die Effektivität der Angebote der Ev. Jugendhilfe Godesheim wird bundesweit mit der von anderen Anbietern verglichen, mit den Jugendämtern und Allgemeinen Sozialen Diensten in Qualitätsdialogen besprochen und intern zur Weiterentwicklung und kontinuierlichen Verbesserung der Konzepte eingesetzt. Dokumentation ist nicht Selbstzweck, sondern ein Mittel, sich mit Anspruch und Wirklichkeit auseinander zu setzen.
Man sollte von Mess- und Steuerungsverfahren keine Wunder erwarten. Erziehung, Beratung, Bildung, Förderung lebt von und durch die beteiligten Menschen. Und deswegen müssen wir mit Grenzen des Machbaren leben. Aber gerade deswegen können wir auch von der Lernfähigkeit der Beteiligten ausgehen, Hilfen noch nutzbringender zu gestalten, was letztlich auch eine effizientere Verwendungen von öffentlichen Mitteln bedeuten würde.

Harald Tornow