Erich Kästner-Haus

Erich Kästner-Haus

Jan, acht Jahre, lebt mit seiner Mutter und ihrem derzeitigen Freund in einer Reihenhaussiedlung. Sie leben von der ARGE. Oft sitzt die Mutter den ganzen Tag vor laufendem Fernseher. Sie verlässt die Wohnung selten, kann sich zu nichts aufraffen. Sie findet immer Gründe, warum sie keiner Arbeit nachgehen kann. Ihr Freund ist ebenfalls arbeitslos. Oft fließt Alkohol. Viel Alkohol.
Er wird dann laut. Gewalttätig. Er schlägt Jan und seine Mutter. Nach den Gewaltausbrüchen bleibt Jan sich selbst überlassen. Seine Mutter liegt dann stundenlang im Bett, ist nicht ansprechbar.
Jan wird immer verschlossener. Er lacht sehr selten. Die Nachbarn haben schon desöfteren die Polizei gerufen und sich über den Lärm und das Geschrei aus der Wohnung beschwert. Schließlich wird über das Jugendamt eine Familienhilfe eingesetzt. Aber schon bald verweigert Jans Mutter auf Druck des Freundes die Zusammenarbeit. Die Haustür bleibt verschlossen.

Bei einem unangekündigten Hausbesuch des zuständigen Jugendamtsmitarbeiters findet er Jans Mutter alleine und sehr verzweifelt vor. Sie ist mit ihren Kräften am Ende. Auf Jan angesprochen, beginnt sie zu weinen. Sie möchte doch nur das Beste für ihr Kind, fühlt sich aber nicht in der Lage, sich von ihrem Freund zu trennen.
Sie sieht, dass diese Situation für ihren Sohn sehr bedenklich ist und willigt ein, ihn in einer Wohngruppe für Kinder unterbringen. Seitdem besucht sie ihren Sohn zweimal monatlich. Mittlerweile hat sie sich von ihrem Freund getrennt und beginnt demnächst  eine Therapie.
Jan hat sich im Laufe der Zeit zu einem fröhlichen und aufgeweckten Kind entwickelt. Auf die Besuche seiner Mutter freut er sich jedes Mal sehr und würde gerne bald wieder zu ihr ziehen. Wenn sie die Therapie erfolgreich abschließt und ihr Leben sich weiterhin positiv entwickelt, kann über eine Rückführung nachgedacht werden.

Namen wurden aus datenschutzrechtlichen Gründen geändert


Das Erich Kästner- Haus bietet 9 Kindern im Alter zwischen 3 und 12 Jahren ein geborgenes Zuhause. Kindern, die aufgrund besonderer Lebensumstände nicht  in ihrer Herkunftsfamilie leben können, sich aber auf eine familienähnliche, kontinuierliche Lebensform mit konstanten und verlässlichen Bezugspersonen einlassen können.

Kurzprofil Erich Kästner Haus

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Frank Pfeil
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