Intensivpädagogische Wohngruppen Mädchen und Jungen

Intensivpädagogische Wohngruppen

Grenzen erfahren

Pavel, ältester Sohn eines türkischen Vaters und einer deutschen Mutter, ist 13 Jahre alt. Herr Y. ist Fabrikarbeiter, Frau Y. ist Hausfrau. Pavels Schwester ist 10, sein jüngerer Bruder ist 8 Jahre alt. Als Pavel in der zweiten Klasse der Grundschule war, trennten sich seine Eltern und ließen sich ein Jahr später scheiden. Die Eltern trennten sich im Streit, Frau Y. wurde das alleinige Sorgerecht zugesprochen. Im Trennungsjahr fanden regelmäßige Besuchswochenenden zwischen Vater und Kindern statt, aber ab dem Tag der rechtskräftigen Scheidung brach Herr Y. den Kontakt völlig ab.
Zeitgleich begannen Pavels Probleme in der Schule. Er wurde schnell aggressiv, verweigerte die Mitarbeit und ließ sich besonders von weiblichen Lehrerinnen nichts mehr sagen. Er bekam einen Hortplatz, wodurch die familiäre Situation zunächst entspannt werden konnte. Als Pavel 12 Jahre alt war wandte sich Frau Y. mit der Bitte um Unterstützung an das zuständige Jugendamt. Pavel besuchte seinerzeit die Hauptschule, jedoch war, aufgrund massiver Schwierigkeiten, ein Sonderschulverfahren eingeleitet worden. Pavel schwänzte die Schule, und wurde bei dem Versuch Zigaretten zu stehlen, von der Polizei aufgegriffen. Frau Y. war mit der Erziehung ihrer drei Kinder völlig überfordert. Den Umgang mit Pavel beschrieb sie als besonders schwierig: er stahl ihr Geld, schrie sie an, beleidigte sie. Im Kontakt mit seinen beiden kleinen Geschwistern war er jedoch immer liebevoll und fürsorglich. Frau Y. lernte einen neuen Partner kennen, mit dem sie dann zusammenzog. Während es zunächst so schien, als akzeptierte Pavel Herrn M., änderte sich sein Auftreten massiv, nachdem Herr M. in die Elternwohnung einzog. Er forderte seine Mutter auf, ihren Freund rauszuschmeißen und sich von ihm zu trennen, da er das Familienoberhaupt sei. Das Jugendamt stellte der Familie eine pädagogische Fachkraft zur Seite, die der Familie helfen sollte zusammenzuwachsen. Zu dieser Zeit meldete sich Herr Y. wieder bei der Familie und forderte sein Umgangsrecht ein. Pavels Aggressionen und seine Verweigerungshaltung blieben bestehen und auch nach dem Wechsel auf die Sonderschule, verbesserte sich seine Leistung nicht. Er schwänzte weiterhin den Unterricht, verweigerte immer strikter den Schulbesuch. Mit der Familie wurde eine geeignete Hilfe in Form einer intensivpädagogischen Wohngruppe besprochen. Mit 13 Jahren wurde Pavel in die Intensivgruppe aufgenommen. Die Herausnahme aus der Familie zeigte bereits nach kurzer Zeit Entlastung für alle Familienmitglieder. Der geplante Rahmen und die vorgegebene Tagesstruktur halfen Pavel, Orientierung zu finden, Grenzen zu erfahren und zu akzeptieren. Durch intensive Elternarbeit konnten die Probleme der leiblichen Eltern aufgelöst werden und sie verstanden es zu Pavels Wohl gemeinsame Vereinbarungen und Besuchsabsprachen zu treffen. Pavel erlebte nach langer Zeit, dass sich seine Eltern wieder ohne Streit unterhalten konnten, und dass Herr Y. den neuen Partner seiner geschiedenen Frau respektierte. Pavel besucht nun regelmäßig die Schule und es zeigt sich, dass er auf der Sonderschule unterfordert ist. Aufgrund seines veränderten Verhaltens sowie seiner schulischen Fähigkeiten wird eine Reintegration in die Hauptschule vorbereitet.

Namen wurden aus datenschutzrechtlichen Gründen geändert 


Intensivpädagogische Wohngruppen bieten ein überschaubares und schützendes Lernfeld für schwerstverhaltensauffällige Kinder und Jugendliche, die intensive Betreuung in einer kleinen Gruppe brauchen. Therapeutische Maßnahmen und strukturierte freizeitpädagogische Angebote ergänzen heilpädagogische Elemente mit dem Ziel, den Kindern und Jugendlichen im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei der Veränderung ihres Problemverhaltens zu helfen.

Unsere behaglich gestalteten Wohnhäuser sind in Gruppen mit 7 bis 8 Plätzen koedukativ ausgerichtet. Die Kinder und Jugendlichen leben vorwiegend in Einzelzimmern, die sie atmosphärisch mitgestalten dürfen.

Die intensivpädagogischen Wohngruppen sind ländlich außerhalb Bonns in Villiprott, Wachtberg Holzem, Rheinbach sowie in Hennef Süchtescheid angesiedelt. Das ermöglicht ein ruhiges, naturverbundenes Wohnen bei gleichzeitig stadtnaher Lage, so dass die infrastrukturelle Angebote bestens genutzt werden können.


Godeshof

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