Begleitetes Familienwohnen

Begleitetes Familienwohnen Joachimstraße

Frau Müller wurde während ihres Praktikums zur Hauswirtschaftshelferin schwanger. Heute ist Tochter Luise 5 Jahre alt. Luise ist oft unkonzentriert und braucht viel Bewegung, darum bekommt sie Frühförderung.
Frau Müller hat auch einen 8-jährigen Sohn, Leon, der im Heim lebt. Er besucht seine Mutter alle 2 Wochen für ein paar Stunden, soll aber wieder bei seiner Mutter wohnen, wenn es ihr besser geht.
Nachbarn und der Kindergarten haben sich beim Jugendamt gemeldet, weil Frau Müller es immer weniger schaffte, sich um die Wohnung und Luise zu kümmern.

Weil sie nicht so gut rechnen kann, fällt es ihr schwer mit Geld umzugehen. Als Herr Müller die Familie wegen Geld- und Beziehungsproblemen verlässt, bekommt Frau Müller eine Depression. Die Situation zu Hause spitzt sich immer mehr zu, auch wenn stundenweise eine Familienhelferin zu ihr kommt.
Frau Müller merkt, dass sie mehr Unterstützung braucht, um Luise richtig zu fördern und ihre Rolle als Mutter zu finden.

Das „Haus Münsterstraße“ bietet ihr Hilfe und Tipps rund um die Uhr.
Sie wohnt hier mit mehreren Familien zusammen, und kann sich in der fremden Stadt so leicht eingewöhnen.  Im „Haus Münsterstraße“ kann Frau Müller ihre Kenntnisse als Hauswirtschafshelferin gut brauchen. Sie freut sich, dass sie weiter kochen kann, und ihr das Team hilft, die Wohnung ordentlich zu halten.
Frau Müller will die Zeit im „Haus Münsterstraße“ nutzen, um später weniger Unterstützung im Umgang mit Luise zu brauchen, und auch wieder ein Praktikum zu finden. Dafür hat sie sich konkrete Ziele überlegt, wie sie mit ihrem Geld gut auskommen kann und wie sie Ordnung in Schränken halten kann, und welche gemeinsamen Aktionen für Luise und sie passen können.
Zum Glück kann Leon sie in der Bonner Innenstadt besuchen.
Gemeinsam können sie so langsam wieder eine Familie werden.

Inklusive Hilfen zur Entwicklung und Befähigung von Kindern und Eltern mit und ohne Behinderung

Im Bonner Zentrum bieten wir Müttern und Vätern vornehmlich mit geistiger Behinderung, im barrierefreien „Haus Joachimstraße“ ein stationär betreutes Familienwohnen an, in dem fünf Mütter (im Einzelfalle auch Väter) befähigt werden, gemeinsam mit ihren Kindern Familie zu leben zu können.

Eltern mit Behinderung benötigen bei der Entwicklungsförderung ihrer Kinder häufig die Unterstützung von Fachkräften. Sei es im Umgang mit dem Kind oder auch im Umgang mit Institutionen und Behörden.

Ziel des Begleiteten Familienwohnens ist es, die Elternschaft der Mütter / Väter so zu unterstützen, dass eine größtmögliche selbständige und selbstbestimmte Pflege und Erziehung der Kinder durch die Förderung von Erziehungs- und Alltagskompetenzen sowie Teilhabemöglichkeiten gewährleistet wird.

Dazu werden die Eltern in der Wahrnehmung der kindlichen Bedürfnisse geschult, um entsprechend darauf reagieren zu können. Im Prozess müssen Eltern erkennen lernen, wo sich ihre eigenen Kompetenzen und ihre Grenzen befinden. Das Wahrnehmen der elterlichen Verantwortung muss nicht das unbedingt eigenständige Ausüben von Erziehungsfunktionen und der Versorgung des Kindes bedeuten, solange die Eltern bereit sind, Unterstützung anzunehmen. Die Pädagogen bewegen sich im Wechselspiel zwischen Anleitung, Begleitung bei der Durchführung von Tätigkeiten und der kompensatorischen Übernahme von Aufgaben.

Anfrage & Beratung

Nadja Lydssan,
Frank Pfeil
fachberatung@godesheim.de

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Fax 0228 - 38 27 - 99 444