FamilienIntensivTraining

Familien Intensiv Training

Zeit zu Lernen

Familie J. ist in der Siedlung bekannt: die vier Kinder laufen zu jeder Tageszeit alleine draußen herum, wirken schmuddelig, nehmen sehr freimütig Kontakt zu Passanten auf und tragen auch bei Frost Sandalen mit Kniestrümpfen. Frau J., selbst im sozialen Brennpunkt aufgewachsen, hat keine Arbeit. Sie war 16, als ihr erstes Kind geboren wurde. Ihr Mann verließ sie, als sie mit dem vierten Kind schwanger war. Kindergarten und Schule bemängeln, dass die Kinder oft unpünktlich und hungrig kommen. Die Schulranzen gleichen einem Chaos, die Materialien sind unvollständig und unordentlich. Die Kinder sind oft krank. Gespräche mit der Mutter bleiben ohne Wirkung, da sie gegenüber Lehrern und Erziehern schwer zugänglich ist. Im letzten Jahr haben sich die Verhältnisse massiv verschlechtert. Frau J. scheint am Ende ihrer Kräfte und Möglichkeiten zu sein. Sie kann nachvollziehen, dass es so nicht weitergehen kann - will sich aber von ihren Kindern auf gar keinen Fall trennen. Auch das Jugendamt hält die liebevolle und enge Bindung der Familienmitglieder untereinander für sehr stark. Und möchte der Mutter eine Möglichkeit der intensiven Unterstützung und des Lernens geben, um eine Fremdunterbringung der Kinder zu vermeiden. Dazu muss die grundlegende Versorgung der Kinder gewährleistet sein: Wohnung, Aufsicht, Finanzen, regelmäßiger Schul- und Kindergartenbesuch, Versorgung wie kindgerechte Ernährung, angemessene Kleidung, u.s.w.

Namen wurden aus datenschutzrechtlichen Gründen geändert


Das Familien Intensiv Training ist eine Maßnahme, die all dies unterstützt. Zu Beginn steht eine intensive Vorbereitungsphase, in der der Familie der Verlauf des Trainings erklärt wird, in der die Veränderungen, die Einschränkungen und die Chancen für ihr Leben aufzeigt werden.
Die stationäre Maßnahme beginnt mit einem begleiteten Umzug in eine durch den Träger bereitgestellte Wohnung. Die ambulante Maßnahme findet in der eigenen Wohnung der Familie statt.
Die Fördermaßnahme beginnt damit, dass mit allen Familienmitgliedern Ziele für die nächsten Wochen und Monate erarbeitet werden. Diese Etappenziele werden in kleinen Schritten alltagspraktisch trainiert. Mit der Zeit erweitern sich die Fähigkeiten, und damit die Möglichkeiten der Familie, Aufgaben selbständig zu übernehmen. In gleichem Masse lockert sich der Betreuungsrahmen bis die Familie schließlich ihr Leben wieder eigenverantwortlich gestalten kann.
 

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Frank Pfeil
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