A N D E R S IST NORMAL

A N D E R S IST NORMAL 

Fachtag „sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“.
Wie spreche ich Menschen an, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen? Warum werden Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans* diskriminiert? Mit welchen Konsequenzen muss ich nach einem Coming-out rechnen? Wie können wir Homo- und Trans*-Feindlichkeit entgegenwirken? Und vor allem: Wie können wir unsere Kinder und Jugendlichen für dieses Thema sensibilisieren und LSBT*-Kinder und -Jugendliche stärken ihre geschlechtliche Identität zu leben?

Das Ziel, zu irritieren, Neugier zu wecken und Wissen über die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt zu vermitteln, ist den beiden Referent*innen mit ihrer lockeren und offenen Art bestens gelungen.

Der Fachtag gab einen guten Einblick in die Lebensrealitäten von LSBT* und die damit verbundenen Ängste, Unsicherheiten und Schwierigkeiten. Diese besonderen Themen waren eine sehr gute Ergänzung zum Basiswissen der „allgemeinen“ Sexualpädagogik. Eine weitere inhaltliche Vertiefung, besonders auch im Hinblick auf unsere jungen Geflüchteten, wurde gewünscht und begrüßt!

Herausforderungen noch nicht im Blick.
Die Mitarbeiter*innen der Jugendhilfe Godesheim hatten sich viel Zeit genommen, um sich mit den Themen LSBT*-Jugendliche, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, Homo- und Trans*-Feindlichkeit sowie Heterosexismus in der Jugendarbeit auseinanderzusetzen.

Im Gespräch wurde sehr schnell deutlich, dass die Fachkräfte diese Zielgruppen mit ihren spezifischen Bedürfnissen und Herausforderungen zumeist noch nicht im Blick hatten. Sehr oft ist Mitarbeitenden in der Jugendarbeit gar nicht bewusst, dass nicht-heterosexuelle und trans*-Jugendliche die Einrichtungen deshalb meiden, weil sie mit ihren Bedürfnissen im Alltag keine Berücksichtigung finden.

Eigene Haltung immer wieder reflektieren.

Oft unterbrachen interessierte Nachfragen die Veranstaltung - Nachfragen, durch die es zu neuen Erkenntnissen sowie anregenden Gesprächen und Diskussionen kam. Die Gruppe hatte wenig Scheu, sich auch immer wieder offen und ehrlich die eigenen Vorurteile anzusehen und sich mit diesen auseinanderzusetzen, um die eigene Haltung gegenüber dem „Anders-sein“ zu reflektieren.

Den Vormittag beschäftigten sich die Teilnehmer*innen mit einem Input über die Lebensrealitäten von schwulen und lesbischen sowie trans*-Jugendlichen, den Verlauf eines Coming-Outs, den spezifischen Angeboten in NRW und den zusätzlichen Belastungsfaktoren mit denen schwul-lesbische sowie trans*-Jugendliche in ihrer Jugend konfrontiert sind.

Ein Anfang ist gemacht …!
Am Nachmittag wurden die durch den theoretischen Input entstandenen Fragen, im Plenum besprochen. Weiter wurde gemeinsam erarbeitet, wie das Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in die jeweilige Alltagsarbeit transportiert werden kann. Den Teilnehmer*innen wurde deutlich, dass dies nur mit einer offenen Haltung möglich ist, die auch klar positioniert werden muss.

Der Anfang ist also gemacht! Zum Abschluss hat jede*r Einzelne benannt, was sie*er von dem Gelernten mit in die eigene Praxis nimmt. Der verteilte „Aktionsplan“ kann nun genutzt werden, um erste, konkrete Schritte in der praktischen Arbeit festzulegen.

Lenus Winkelmann , gerne-anders,
NRW Fachberatungsstelle sexuelle Vielfalt & Jugendarbeit
Anita Pohl, Teamleitung Wohngruppe Ließem

Durchgestartet.

Im März 2015 fiel mit der Konferenz im Godesheim der Startschuss zur sexualpädagogische Initiative. Auf breiter Ebene setzen wir uns seit mehr als zwei Jahren mit vielen Menschen und Meinungen auseinander – lernen dazu und stellen uns auch strittigen Punkten.
Neben der theoretischen Auseinandersetzung geht es nun um den Transfer in die Praxis. Um die Projektarbeit der Teams zu stützen, wird diese ebenso wie der Dialog, die Fortbildungen, die Fachtage, die Konzeptarbeitsgruppe sowie die Wimes-Arbeitsgruppe durch Frau Franke und Herrn Wanielik vom ISP begleitet.

Der Kick-off-Termin zur Projektarbeit der einzelnen Teams fand am 1. Juni im AZK statt. Teams, die sich noch nicht beteiligt haben, können im Folgetermin gerne dazu stoßen: am 18. Oktober diesen Jahres von 10.00 – 14.00 Uhr im AZK.

Einen ersten Eindruck zu einem Projekt beschreibt Anita Pohl in dem Artikel „100 % ICH“ in diesem Newsletter. Wir freuen uns auf Ihre Projekte, über die wir im Laufe des Jahres weiter berichten